Mein Stottern

Dokumentarfilm, AT 2018, 90 min.
Originalsprache: Deutsch

BIRGIT (34) stot­tert seit frü­her Kindheit, eigent­lich sou­ve­rän. Doch bei einem Kinobesuch von The King´ s Speech wird sie von „ihrem“ Thema ein­ge­holt. Ein quä­lend lan­ger Stotter-​Block der Filmfigur und Gelächter im Publikum genü­gen, um bei Birgit alt­be­kannte Gefühle aus­zu­lö­sen.

Doch trotz ihres ers­ten Impulses, alten Mustern zu fol­gen und aus dem Kinosaal zu lau­fen, will sich Birgit dem eige­nen Stottern auf neue Weise stel­len und end­lich Frieden damit schlie­ßen.

Bestärkt durch ein per­sön­li­ches Treffen mit DAVID (77), dem Autor von The King‘ s Speech, wagt Birgit den inten­si­ven Austausch mit ande­ren Menschen, in deren Leben Stottern eben­falls eine Rolle spielt.

Mit Birgits altem Bekannten VOLKER (46) zum Beispiel, der nach Jahren erst­mals wie­der eine Stottertherapie beginnt und sei­nen Symptomen dadurch mehr und mehr die Anstrengung neh­men kann. Für Birgit, die selbst Erfahrungen mit eher inef­fi­zi­en­ten Therapien gemacht hat, ist das sehr berei­chernd.

BENEDIKT begeg­net Birgit erst­mals als 16jährigem Schüler und beglei­tet ihn bis ins Studium. Er macht ihr mit star­kem Stottern und aus­ge­präg­tem Selbstbewusstsein deut­lich, welch Leichtigkeit gelebte Inklusion in Situationen brin­gen kann, die Birgit selbst als höchst pro­ble­ma­tisch erfah­ren hat.

Durch GERALD (48) lernt Birgit eine ganz andere Umgangsweise mit dem Stottern ken­nen: In sei­nem Schreiben von Gedichten ver­mu­tet sie nicht nur eine Strategie des Vermeidens und Kompensierens, son­dern vor allem Geralds indi­vi­du­el­len Weg, sich das Wort zu ver­schaf­fen und frei zu kom­mu­ni­zie­ren.

Dass ALEXANDER (53) mit Hilfe einer Stottertherapeutin für seine nächste Filmrolle ler­nen will, mög­lichst natür­lich zu stot­tern, ist für Birgit zunächst ziem­lich irri­tie­rend.

Dennoch ent­schließt sie sich, Alexanders Lernprozess zu unter­stüt­zen.

Ob Birgit nach all ihren Begegnungen tat­säch­lich am Ende ihrer Suche nach Versöhnung mit dem eige­nen Stottern ange­kom­men ist, bleibt offen. Doch für die Dauer ihrer Reise lässt sie sich von Volker, Benedikt, Gerald, Alexander und ande­ren mit­rei­ßen. Sie erlebt Verbundenheit sowie Konflikt.
Ein dif­fe­ren­zier­tes Bild des Phänomens Stottern ent­steht.

Der Film „The King’s Speech“ reißt bei Birgit alte Wunden auf. Sie erkennt, dass sie mit ihrem Stottern end­lich Frieden schlie­ßen muss. Dafür kon­fron­tiert sie sich mit ande­ren Stotternden sowie deren Strategien und muss sich auch ihrer eige­nen Vergangenheit stel­len.

Regie: Petra Nickel, Birgit Gohlke
Buch: Petra Nickel, Birgit Gohlke
Kamera: Judith Benedikt
Schnitt: Lisa Zoe Geretschläger, Julia Pontiller
Originalton: Cordula Thym
Produktion: Plaesion Film