Echos

Kurzspielfilm, AT 2005, 32 min.
Originalsprache: Deutsch
Untertitel: engl., franz.

Nacht. In der Ferne unscharf die Lichter eines Dorfes. Davor groß ein Wiesenstück, auf dem ein junger Mann steht und pisst. Mit der Zigarette im Mundwinkel wirkt er auf den ersten Blick lässig, doch wie er den Rauch ausstößt, gegen dieses ihm zu Füßen liegende nur zu vertraute, gleichzeitig verhasste soziale Netzwerk, schafft Zweifel: Er zögert, bevor er zu den beiden Freunden ins Auto steigt; bevor er an der dunklen Forststraße Vorbereitungen trifft, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden. Während die Burschen den Schlauch befestigen, der die Auspuffgase ins Innere des Wagens leiten soll, entspinnen sich Machtspiele und Sticheleien.
Der gemeinsame Suizid wird nun wie eine Messe zelebriert, der sündteure Black Label Whiskey der Verpackung gleich einem Reliquienschrein entnommen, die Musik zum Sterben von einer eigens aufgenommenen „Compilations-​CD“ eingespielt. „Na, dann gemma’s hoit on.“ Bis zu diesem Punkt hat alles spielerisch-​kindlichen Charakter. Erst als der Zündschlüssel gedreht wird, beginnt aufzubrechen, was die drei zu ihrem Entschluss, der sich im Endeffekt als so entschlossen gar nicht zeigt, bewogen hat. In der intimen Kammer des Wagens dominiert nun die Erinnerung an frühere Zeiten, die Zukunft spielt keine Rolle mehr. Am Ende wird jeder der drei selbst entscheiden, wohin ihn der grenzgängerische Weg tatsächlich führen soll – in ein schmerzhaftes Weiter-​Leben oder in die Opferbilanz einer Selbstmordstatistik. Am Schluss steht die Resignation: Der Plan geht nicht auf, es wird nicht alles gut, denn der Tod zeigt den Überlebenden nur, wie schlimm die Dinge wirklich stehen. Fade out.
(Brigitte Mayr)

Regie: Michael Ramsauer
Drehbuch: Michael Ramsauer
Kamera: Lisa Tillinger
Musik: Thalija
Schnitt: Cordula Thym
Ton: Odo Grötschnig
Sound Design: Karin Hammer
Produktion: Carmen Weingartshofer
Darsteller*innen: Daniel Keberle, Michael Steinocher, Christopher Schärf

Festivals

2005

Cannes – Festival de Cannes
Graz – Diagonale, Festival des Österreichischen Films (Thomas Pluch Drehbuch Preis /​Preis der Jugendjury)
Villeurbanne – Festival du Film Court
Genf – Cinéma Tout Ecran – Rencontres Int. du Film
Salzburg – Film:Riss Kurzfilmfestival (Preis für den besten Kurzfilm (Fiktion))
Lodz – Cameraimage Festival
Wien – FAK Int. Studenten Film Festival (Goldener Bobby für die beste Kamera)

2006

Istanbul – Int. Short Film Festival
Poitiers – Recontres Internationales Henri Langlois
Rotterdam – Int. Filmfestival
Saarbrücken – Filmfestival Max Ophüls Preis
Landhut – Kurzfilmfestival